Was bewirken FODMAPs im Darm?

Die FODMAPs sind eine bunte Gruppe von Nahrungsbestandteilen. Verdauungstechnisch haben die FODMAPs drei wesentliche Gemeinsamkeiten:

Aufnahme im Dünndarm ist erschwert oder unmöglich

FODMAPs werden im Dünndarm nicht bzw. kaum aufgenommen. Dafür gibt es zahlreiche Gründe:

  • Entweder sind die Moleküle zu groß, um die Darmwand zu passieren, dies trifft z. B. für die Polyole zu, oder
  • die Transportkapazitäten durch die Darmwand sind begrenzt, dies trifft z. B. für die Fruktose zu, oder
  • die Enzymaktivität, die notwendig ist, um einen Transport durch die Darmwand zu ermöglichen, ist limitiert, dies trifft z. B. auf die Laktose zu, oder
  • eine entsprechende Enzymaktivität gibt es nicht, dies trifft z. B. für die Fruktane und die Galaktane zu.

Hohe Wasserbindungskapazität

Die FODMAPs sind sehr kleine Moleküle und können so sehr viel Wasser binden, man spricht daher von einer sehr hohen Wasserbindungskapazität. Dies führt dazu, dass sich Flüssigkeit im Darm ansammelt. Das wiederum führt zu einer erhöhten Transportgeschwindigkeit im Darm mit häufigeren Stuhlgängen und weicherem Stuhl, bis hin zu Durchfall.

Schnelle Vergärung

Alle FODMAPs werden durch Bakterien schnell vergärt. Wie schnell die bakterielle Vergärung abläuft, hängt von der Länge der Kohlenhydratketten ab. Die FODMAPs sind allesamt kurzkettig, werden daher schnell vergärt und führen dadurch schnell zu Symptomen.

 Weiterführende Informationen zur FODMAP Diät findet sich hier.

Autor

Prof. Dr. Martin Storr

Prof. Dr. Martin Storr Prof. Dr. Martin Storr (Pubmed, Google Scholar, Orcid-ID, Wikipedia, Autorenprofil) ist Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie mit langjähriger klinischer und wissenschaftlicher Erfahrung im Bereich funktioneller Darmerkrankungen, Reizdarmsyndrom und Ernährungstherapie. Er war an verschiedenen Universitäten in Forschung und Lehre tätig und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten in nationalen und internationalen Fachzeitschriften. Daneben veröffentlicht er Patientenratgeber und Sachbücher zu den Themen Darmgesundheit, Ernährung, Reizdarm und ist Herausgeber des ersten deutsschsprachigen Buchs zur FODMAP Diät, dem FODMAP-Therapiestandard (Der Ernährungsratgeber zur FODMAP-Diät). Er ist niedergelassen tätig, am Zentrum für Endoskopie in Starnberg. Seine Schwerpunkte liegen in der evidenzbasierten Behandlung von Verdauungsbeschwerden, der Erforschung des Darmmikrobioms sowie der ernährungsmedizinischen Betreuung von Patienten mit Reizdarmsyndrom. Darüber hinaus wirkt er regelmäßig an Leitlinienprojekten der DGVS, AWMF, DGNM und UEG sowie an Fortbildungsprogrammen für Ärzte und medizinische Fachkräfte mit. Weitere Informationen zum Autor finden Sie hier.

3 Kommentare zu „Was bewirken FODMAPs im Darm?“

  1. Hallo
    Ich habe seit Monaten schmerzen im Bauch. Kein Arzt findet etwas außer viel Luft im Darm. Ich kann nachts nicht schlafen weil die Schmerzen gerade rechtsseitig stark sind. Wie schnell würde man unter der Diät eine Linderung spüren um zu erkennen das es hilft?

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  2. Liebe Charmaine,
    bei der FODMAP-Diät versucht man in der strengen Diätphase von einigen Wochen, FODMAPs als Auslöser von Beschwerden stark zu reduzieren und zu sehen, was passiert. Um ein ungestörtes Bild zu bekommen, sollte in dieser Phase auch auf Nahrungsergänzungsmittel verzichtet werden. Diese können ja auch Ursache von Beschwerden sein. Inulin zum Beispiel ist ein Fruktan und gehört damit zu den FODMAPs, die bekannt dafür sind, bei vielen Menschen Beschwerden zu verursachen. Wir empfehlen bei anhaltenden Beschwerden unbedingt die fachkundige Beratung durch eine Ernährungsberaterin bzw. einen Ernährungsberater. Suchen Sie sich Unterstützung! Beste Grüße aus der Redaktion
    Ihre FODMAPler

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