Laktoseintoleranz zählt zu den häufigsten Verdauungsstörungen weltweit und betrifft Millionen Menschen. Sie entsteht, wenn der Körper den Milchzucker Laktose nicht ausreichend spalten kann, was zu unangenehmen Beschwerden führt. Seite beleuchtet das Thema wissenschaftlich fundiert und bietet praktische Einblicke für Betroffene und Behandler.
Fruktose und Fruktoseintoleranz: Evidenzbasierter Überblick zu Ursachen, Diagnostik, Ernährung und Therapie
Fruktose gehört zu den natürlich vorkommenden Einfachzuckern und ist Bestandteil zahlreicher Obstsorten, Honig, Fruchtsäfte sowie vieler industriell hergestellter Lebensmittel. In den letzten Jahrzehnten hat die wissenschaftliche Beschäftigung mit Fruktose deutlich zugenommen, da Fruktosemalabsorption und fruktoseassoziierte gastrointestinale Beschwerden häufig bei Patienten mit funktionellen Darmbeschwerden und insbesondere beim Reizdarmsyndrom beobachtet werden.
Die Darmbarriere: Aufbau, Funktion, Störungen und klinische Bedeutung – ein wissenschaftlicher Übersichtsartikel
Die Darmbarriere (intestinal barrier) gehört zu den wichtigsten Schutzsystemen des menschlichen Körpers. Sie bildet die Grenzfläche zwischen der äußeren Umwelt und dem inneren Milieu des Organismus. Obwohl sich der Darminhalt anatomisch innerhalb des Körpers befindet, gilt das Darmlumen biologisch betrachtet als „Außenwelt“, da es kontinuierlich mit Nahrungsbestandteilen, Mikroorganismen, Umweltantigenen und potenziellen Krankheitserregern in Kontakt steht. Die Darmbarriere muss daher zwei scheinbar gegensätzliche Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Einerseits ermöglicht sie die effiziente Aufnahme von Nährstoffen, Wasser und Elektrolyten, andererseits verhindert sie das Eindringen von Mikroorganismen, Toxinen und entzündungsfördernden Substanzen.
Darmmikrobiom
Das Darmmikrobiom – die verborgene Welt in unserem Körper Das Darmmikrobiom ist ein hochkomplexes Ökosystem aus Billionen von Mikroorganismen, das zahlreiche Körperfunktionen beeinflusst. Es unterstützt die Verdauung, trainiert das Immunsystem …
FODMAP – klinische Studien
FODMAP – klinische Studien
Die Low-FODMAP-Diät ist derzeit die am besten untersuchte Ernährungsintervention beim Reizdarmsyndrom und wird in internationalen Leitlinien empfohlen. Die Evidenz für andere Erkrankungen wächst, ist aber noch begrenzt. Besonders vielversprechend erscheinen Anwendungen bei CED-Patienten, bei Colitis ulzerosa, bei Reizmagen, bei Endometriose und bei Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO).
Blähungen: eine wissenschaftlich fundierte Übersicht zu Ursachen, Diagnostik, Therapie
Blähungen: eine wissenschaftlich fundierte Übersicht zu Ursachen, Diagnostik, Therapie
Blähungen sind ein sehr häufiges gastrointestinales Symptom und umfassen subjektives Aufgeblähtsein, Druck- oder Völlegefühl sowie sichtbare abdominelle Distension. In der AGA-Expert-Review von 2023 werden Blähungen und Distension als häufige, belastende Beschwerden beschrieben, die eine differenzierte Diagnostik und ein stufenweises Management erfordern (Lacy et al., 2023). Eine internationale Prävalenzstudie fand, dass etwa 18 % der Allgemeinbevölkerung mindestens einmal pro Woche Blähungen erleben (Sperber et al., 2021).
FODMAP-Diät und Darmmikrobiom
Die Wirkung der Low-FODMAP-Diät auf das Darmmikrobiom: Was sagt die Wissenschaft?
Die Low-FODMAP-Diät beeinflusst das Darmmikrobiom auf vielfältige Weise. Kurzfristig reduziert sie die bakterielle Fermentation und verbessert bei vielen Menschen mit Reizdarm die Symptome deutlich. Gleichzeitig kommt es häufig zu einer Abnahme bestimmter gesundheitsfördernder Bakterien, insbesondere der Bifidobakterien.
Reizdarmsyndrom: Eine umfassende Übersicht zu Definition, Epidemiologie, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie
Reizdarmsyndrom (RDS)
Das Reizdarmsyndrom (RDS oder IBS) ist eine der häufigsten funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen und gehört zu den Störungen der Darm-Hirn-Achse (Disorders of Gut-Brain Interaction, DGBI). Es ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Bauchschmerzen in Verbindung mit Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, ohne dass eine strukturelle oder organische Ursache nachweisbar ist. Die Erkrankung belastet die Lebensqualität der Betroffenen erheblich und verursacht hohe gesellschaftliche Kosten durch häufige Arztbesuche, Fehlzeiten und eingeschränkte Produktivität. (Layer P et al., 2021. PMID: 34891206. DOI: 10.1055/a-1591-4794. PubMed, Vasant DH et al. Gut. 2021. DOI: 10.1136/gutjnl-2021-324598. Link)
Histaminintoleranz: Ursachen, Diagnostik & Therapie
Was ist die Histaminintoleranz?
FODMAP: Deutschlands medizinisch fundierte FODMAP-Ressource für Reizdarm-Betroffene
Was ist FODMAP?
FODMAP bezeichnet fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole: kurzkettige, im Dünndarm schlecht resorbierbare Kohlenhydrate, die im Dickdarm fermentiert werden und dadurch bei empfindlichen Menschen Blähungen, Schmerzen und Stuhlveränderungen auslösen können. Halmos EP et al. (2015). PubMed PMID: 25982757, DOI: 10.1007/s00394-015-0922-1. Dionne J et al. (2015). PubMed PMID: 25903636, DOI: 10.1111/apt.13167.
Galaktane und Galaktooligosaccharide (GOS): FODMAP-Problemfeld
Galaktane und Galaktooligosaccharide (GOS) gehören zur Gruppe der fermentierbaren Kohlenhydrate, die im Rahmen des FODMAP-Konzepts eine wichtige Rolle spielen. Sie kommen natürlicherweise vor allem in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Linsen, Kichererbsen und Sojabohnen vor. Obwohl sie ernährungsphysiologisch wertvolle Ballaststoffe darstellen und positive Effekte auf das Darmmikrobiom haben können, verursachen sie bei manchen Menschen gastrointestinale Beschwerden. Besonders Patienten mit Reizdarmsyndrom berichten häufig über Blähungen, Völlegefühl und Bauchschmerzen nach dem Verzehr galaktanreicher Lebensmittel.
Fruktane und Fruktooligosaccharide (FOS): FODMAP Problemfeld
Fruktane und Fruktooligosaccharide (FOS) gehören zu den wichtigsten Bestandteilen der sogenannten FODMAPs („Fermentable Oligo-, Di-, Monosaccharides and Polyols“). Sie kommen natürlicherweise in zahlreichen pflanzlichen Lebensmitteln vor und spielen sowohl in der Ernährungsphysiologie als auch in der Gastroenterologie eine bedeutende Rolle. Besonders Weizen, Roggen, Zwiebeln, Knoblauch und verschiedene Gemüsesorten enthalten relevante Mengen dieser Kohlenhydrate.
Sorbit und Sorbitintoleranz (Sorbitmalabsorption): Ursachen, Symptome, Diagnostik und Ernährungstherapie
Sorbit (Sorbitol) gehört zu den sogenannten Zuckeralkoholen (Polyolen) und kommt natürlicherweise in verschiedenen Obstsorten vor. Darüber hinaus wird Sorbit aufgrund seiner süßenden Eigenschaften häufig in „zuckerfreien“ Lebensmitteln, Kaugummis, Bonbons, Diabetikerprodukten und Arzneimitteln eingesetzt. Für viele Menschen stellt Sorbit kein Problem dar. Bei einem Teil der Bevölkerung kann Sorbit jedoch nur eingeschränkt im Dünndarm aufgenommen werden. Die Folge sind Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall, die unter dem Begriff Sorbitintoleranz beziehungsweise Sorbitmalabsorption zusammengefasst werden.