Was sind FODMAPs?

Das Akronym FODMAP kommt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole (engl. fermentable oligo-, di- and monosacharides and polyols).

Fodmap-akronym

Der Begriff FODMAP beschreibt also eine Gruppe von kurzkettigen Kohlenhydraten und sogenannten Zuckeralkoholen, die fermentierbar sind oder anders gesagt, die vergärbar sind. In diesem Zusammenhang heißt Gärung, dass Nahrungsbestandteile mithilfe von Enzymen zersetzt werden, die in diesem Fall von Bakterien stammen. All die unter dem Begriff FODMAP zusammengefassten Nahrungsbestandteile kommen in unserer Ernährung entweder natürlich vor oder werden unserer Ernährung im Rahmen der Lebensmittelherstellung zugesetzt.

Die FODMAPs sind nicht giftig oder gefährlich, sie können aber an der Entstehung von Verdauungsbeschwerden beteiligt sein.

Eine Gruppe von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern von der MONASH-Universität in Australien hatte 2005 die Hypothese aufgestellt, dass bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen die Ernährung, genauer gesagt, die in der Nahrung enthaltenen FODMAPs, für die Entstehung und die Verschlimmerung von Verdauungsbeschwerden verantwortlich sind. Dieser Hypothese lagen sowohl eigene Beobachtungen als auch die Auswertung zahlreicher Ernährungsprotokolle von Patienten mit eben solchen entzündlichen Darmerkrankungen zugrunde. In den Ernährungsprotokollen wurde erkannt, dass die Patienten ein Übermaß an FODMAP-reichen Nahrungsmitteln zu sich nahmen und diese Beobachtung bildete die Grundlage für die FODMAP-Hypothese.

Leckere Rezepte die überprüft FODMAP arm sind finden Sie hier und in den Rezeptbüchern die sie im Seitenbanner sehen. Gerade bei den Kochböchern und Rezeptvorschlägen haben wir nur solche aufgenommen, für deren FODMAP Gehalt wir fachlich garantieren können und die nach den strengen FODMAP-Kriterien erstellt wurden, wie sie auch von der Monash und der Universität München verwendet werden.

Weiterführende Informationen zur FODMAP Diät findet sich hier.

Autor

Prof. Dr. Martin Storr

Prof. Dr. Martin Storr Prof. Dr. Martin Storr (Pubmed, Google Scholar, Orcid-ID, Wikipedia, Autorenprofil) ist Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie mit langjähriger klinischer und wissenschaftlicher Erfahrung im Bereich funktioneller Darmerkrankungen, Reizdarmsyndrom und Ernährungstherapie. Er war an verschiedenen Universitäten in Forschung und Lehre tätig und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten in nationalen und internationalen Fachzeitschriften. Daneben veröffentlicht er Patientenratgeber und Sachbücher zu den Themen Darmgesundheit, Ernährung, Reizdarm und ist Herausgeber des ersten deutsschsprachigen Buchs zur FODMAP Diät, dem FODMAP-Therapiestandard (Der Ernährungsratgeber zur FODMAP-Diät). Er ist niedergelassen tätig, am Zentrum für Endoskopie in Starnberg. Seine Schwerpunkte liegen in der evidenzbasierten Behandlung von Verdauungsbeschwerden, der Erforschung des Darmmikrobioms sowie der ernährungsmedizinischen Betreuung von Patienten mit Reizdarmsyndrom. Darüber hinaus wirkt er regelmäßig an Leitlinienprojekten der DGVS, AWMF, DGNM und UEG sowie an Fortbildungsprogrammen für Ärzte und medizinische Fachkräfte mit. Weitere Informationen zum Autor finden Sie hier.

8 Kommentare zu „Was sind FODMAPs?“

  1. Auf der Suche nach und dem Zusammentragen von Informationen stolpere ich über folgendes:
    Bezieht sich das „fermentierbar“ nur auf Oligosaccharide oder auf alle (O, D, M)?

    Karsten

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  2. Ich möchte bzgl. Gluten etwas besser verstehen:
    Glutenfreies Getreide wird als Fodmaparm gesehen, glutenhaltiges jedoch als Fordmapreich. Bei Gluten handelt es sich aber um ein Eiweiß. Mit den Saccariden hat Gluten also nichts zu tun. Wie wird das erklärt?

    Antworten
    • Hallo Janne,

      bei der Herstellung von glutenfreien Mehlen werden überwiegend FODMAP arme Getreide-Ersatzprodukte verwendet.
      Mit dem Gluten hat dies, wie du richtig anmerkst in erster Linie nichts zu tun.

      Herzliche Grüße
      Fodmap Team

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