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FODMAPs und Gluten – Studie

News vom Neurogastroenterologie-Kongress

Kongress Istanbul 2015

Auf dem Kongress der European Society of Neurogastroenterology & Motility, der im Juni 2015 in Istanbul stattfand, wurde zum Thema „Diäten beim Reizdarmsyndrom“ eine Studie vorgestellt, die sich mit der FODMAP-Diät beschäftigt. Eine Forschergruppe von Professor Enrico Corazziari an der Universität Rom hat den Einfluss von FODMAPs und Gluten untersucht.

Diäten beim Reizdarmsyndrom – FODMAPs und Gluten 

Daten einer Forschergruppe von Professor Enrico Corazziari an der Universität Rom

FODMAP-arme Diäten werden beim Reizdarmsyndrom empfohlen, um die Symptome zu verbessern. Häufig wird dabei auch Gluten reduziert. Das Ziel der Studie war es den Einfluss verschiedener Diäten auf folgende Parameter zu untersuchen: Blähungen/Bauchschmerzen und Compliance (Diättreue). Nach durchschnittlich 16 Monaten erfolgte eine Follow-up-Untersuchung.

In einer doppelblinden randomisierten kontrollierten klinischen Studie wurden die folgenden Ernährungsregime verglichen:

  • FODMAP-arm und glutenfrei (FA_GF),
  • FODMAP-arm und normaler Gehalt an Gluten (FA_GN)
  • eine Kontrollgruppe mit normalem Gehalt an FODMAPs und normalem Gehalt an Gluten (FN_GN).

Eingeschlossen wurden 75 Patienten – davon waren 51 weiblich – mit einem Alter zwischen 21 und 68. Die Patienten erfüllten die Rom-III-Kriterien. Die Intensität der Blähungen wurde über eine visuelle Analogskala (SCL-90-R) erfasst. Die Ernährung und das Auftreten von Blähungen/Bauchschmerzen wurden zwei Wochen lang über ein Tagebuch erfasst.

Danach wurden die Patienten jeweils einer der drei Gruppen zugeordnet (blind, randomisiert) und erhielten 4 Wochen lang die entsprechende Diät. Nach den ersten beiden Wochen der Diät erfassten die Patienten nochmals zwei Wochen lang die Ernährung und die Intensität bzw. das Auftreten von Symptomen in einem Tagebuch. Wie sich das Verhältnis von FODMAPs und Gluten darstellte, zeigen die Ergebnisse der Studie.

FODMAPs und Gluten – Ergebnisse der Studie

Nach der 4-wöchigen Diätperiode zeigten sich bei den Gruppen FA_GF und FA_GN signifikant weniger starke Blähungen und signifikant seltener auftretende Blähungen/Bauchschmerzen. In der Kontrollgruppe fanden sich nur minimale Verbesserungen. Tendenziell zeigten sich etwas bessere Ergebnisse der Gruppe FA_GN im Vergleich zur Gruppe FA_GF. In der Zufriedenheit war die FA_GN Gruppe der FA_GF leicht überlegen. Die Diättreue war in der FA_GN-Gruppe besser als in der FA_GF-Gruppe.

72 % der Patienten der FA_GN-Gruppe hatten bei der Follow-up-Untersuchung die Diät immer noch befolgt und hatten dadurch weiterhin weniger Beschwerden. Bei der FA_GF-Gruppe hatten nur 51 % die Diät beibehalten, die anderen empfanden sie als zu restriktiv.

Die meisten Reizdarmpatienten profitierten mittel- und langfristig von der FODMAP-armen Diät, die sie meist auch nach der Studie beibehielten. Gluten vollständig auszuschließen hatte keinen zusätzlichen positiven Effekt. Gluten vollständig auszuschließen führte jedoch vermehrt dazu, dass die Patienten die Diät nicht beibehielten.

Mehr zum Kongress auf www.neurogastro2015.org

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2 Gedanken zu „FODMAPs und Gluten – Studie

  1. Solche Beschwerden können ja auch von einer Vielzahl von Ursachen herrühren, da ist Gluten nur ein kleiner Faktor. Ich denke, jeder muss da für sich ausprobieren, was hilft und was nicht, und oft ist es wichtig, verschiedene Puzzlestücke zusammen zu nehmen. Bei mir spielt die Darmflora eine starke Rolle und das Ernährungsverhalten in vielfältiger Weise, wenn ich Beschwerden habe…

  2. Ich stelle ein ähnliches „Ergebnis“ auch bei mir selber fest: habe mich einige Wochen LF/FF/GF ernährt und die Beschwerden haben sich erheblich gebessert. Nach einigen Wochen habe ich langsam wieder versucht einiges L/F/G-haltiges in meinen Ernährung einzubauen. Generell kann ich sagen, dass sich die Beschwerden gebessert haben, aber auf Dauer ist es wirklich schwierig das auch konsequent durchzuziehen. Auch die Versorgung mit den wichtigen Nährstoffen ist ziemlich eingeschränkt und geschmacklich fehlt auch was = Zufriedenheit steigt, wenn man beschwerdearm, aber trotzdem mit so viel wie möglichen verschiedenen Lebensmitteln variieren kann.

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