Durchfall bei Gallensäureverlust-Syndrom diagnostizieren und behandeln
Was ist das Gallensäureverlustsyndrom?
Gallensäuren können eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Durchfall haben. Wenn im Dickdarm zu viele Gallensäuren ankommen, dann ist Durchfall vorprogrammiert, weil die Gallensäuren im Dickdarm Wasser binden und die Wasser-Sekretion steigern.
Tatsächlich besteht ein Gallensäureverlustsyndrom, so wird die Erkrankung medizinisch genannt, bei bis zu 50% der Patienten mit einem Reizdarmsyndrom vom Diarrhö-Typ. Auch bei chronischem Durchfall unklarer Ursache ist oft ein Gallensäureverlust die Ursache.
Wie erfolgt die Diagnosestellung?
Die Diagnosestellung erfolgt durch einen Behandlungsversuch, durch Gallensäurendiagnostik oder durch einen Funktionstest, den sehr sensitiven Goldstandard, den SeHCAT Test. Dieser wird auf Überweisung durch einen Gastroenterologen veranlasst und wird von Nuklearmedizinischen Kliniken durchgeführt.
Obwohl Goldstandard in der Diagnostig des Gallensäureverlustsyndroms, vor allem bei Patienten mit einem Diarrhö betonten Reizdarmsyndrom wird der Test nur an wenigen Zentren angeboten. Auf Wunsch der Blog Leser benennen wir hier uns bekannt gemachte Zentren die den Test durchführen.
Was ist die Therapie?
Die Therapie des Gallensäureverlusts ist einfach und erfolgt mit verschiedenen Gallensäurebindnern wie Colestyramin oder mineralischen Bindnern wie PMA-Zeolith oder Heilerden. Die Kontrolle der Therapie erfolgt durch einen Arzt der sich mit dem Krankheitsbild auskennt.
Wo kann die Diagnostik durchgeführt werden?
Im Süden von Deutschland wird laut BLOG-Leser-Informationen der SeHCAT Test in der Abteilung für Nuklearmedizin Klinikum der LMU in München (Prof. Bartenstein), in der Abteilung für Nuklearmedizin Klinikum Rechts der Isar (Prof. Scheidhauer) und in der Abteilung für Nuklearmedizin am Klinikum Augsburg (Prof. Lapa) durchgeführt.
Weitere Zentren die den SeHCAT Test durchführen sind die Abteilung für Nuklearmedizin des Klinikums der Universität Regensburg, die Abteilung für Nuklearmedizin im Krankenhaus Barmherzige Brüder, Regensburg, die Radiologische Gemeinschaftspraxis in Freyung-Grafenau, die Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum Bayreuth, das Institut für Radiologie und Nuklearmedizin im Klinikum Nord, Nürnberg und die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Würzburg.
SeHCAT-Test nach Städten:
Augsburg: Abteilung für Nuklearmedizin am Klinikum Augsburg
Bayreuth: Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum
Freyung-Grafenau: Radiologische Gemeinschaftspraxis
München: Abteilung für Nuklearmedizin Klinikum der LMU, Abteilung für Nuklearmedizin Klinikum Rechts der Isar
Nürnberg: Institut für Radiologie und Nuklearmedizin im Klinikum Nord
Regensburg: Abteilung für Nuklearmedizin des Klinikums der Universität, Abteilung für Nuklearmedizin im Krankenhaus Barmherzige Brüder
Würzburg: Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums
Weitere Zentren finden Sie hier: Suchtool
Aufruf
Falls weitere Durchführungsorte bekannt sind, bitte in den BLOG stellen, wir werden diese dann ergänzen.
Ausführliche Informationen zur Low FODMAP-Diät, bei Verdauungsbeschwerden und Reizdarmsyndrom finden sich auf der Low FODMAP-Hauptseite.
Autor
Prof. Dr. Martin Storr
Prof. Dr. Martin Storr Prof. Dr. Martin Storr (Pubmed, Google Scholar, Orcid-ID, Wikipedia, Autorenprofil) ist Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie mit langjähriger klinischer und wissenschaftlicher Erfahrung im Bereich funktioneller Darmerkrankungen, Reizdarmsyndrom und Ernährungstherapie. Er war an verschiedenen Universitäten in Forschung und Lehre tätig und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten in nationalen und internationalen Fachzeitschriften. Daneben veröffentlicht er Patientenratgeber und Sachbücher zu den Themen Darmgesundheit, Ernährung, Reizdarm und ist Herausgeber des ersten deutsschsprachigen Buchs zur FODMAP Diät, dem FODMAP-Therapiestandard (Der Ernährungsratgeber zur FODMAP-Diät). Er ist niedergelassen tätig, am Zentrum für Endoskopie in Starnberg. Seine Schwerpunkte liegen in der evidenzbasierten Behandlung von Verdauungsbeschwerden, der Erforschung des Darmmikrobioms sowie der ernährungsmedizinischen Betreuung von Patienten mit Reizdarmsyndrom. Darüber hinaus wirkt er regelmäßig an Leitlinienprojekten der DGVS, AWMF, DGNM und UEG sowie an Fortbildungsprogrammen für Ärzte und medizinische Fachkräfte mit. Weitere Informationen zum Autor finden Sie hier.
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